Näher hinsehen
Ökumene – damit verbinden hier zu Lande die meisten das Miteinander der beiden großen Kirchen, im Südwesten die (guten) Beziehungen des Erzbistums Freiburg und der Evangelischen Landeskirche Baden. An der Basis sind in der Regel die örtlichen Pfarrgemeinden und evangelischen Kirchengemeinden ökumenisch miteinander verbunden.
Bei näherem Hinsehen erweist sich diese Ökumene aber als etwas zu eng. Sie lässt außer Acht, dass es im evangelischen Bereich inzwischen eine große Anzahl unabhängiger Gemeinden mit Zigtausenden von Mitgliedern gibt. Und einige Elemente der Praxis dieser freien Gemeinden werden inzwischen auch von der einen oder anderen landeskirchlichen evangelischen Gemeinde aufgegriffen.
Katholischerseits wird diese Entwicklung bislang zu wenig wahrgenommen. Das zeigt das Fehlen katholischer Beobachter und Teilnehmer beim jüngsten „Willow-Creek“-Kongress, der in Karlsruhe 8000 Christen zusammenführte. Ausnahmen bestätigen die Regel.
Das eine oder andere wäre von diesen engagierten evangelischen Christen aber durchaus zu lernen. Gerade in Zeiten des Umbruchs, der zum Aufbruch werden soll, würde es sich lohnen, näher hinzusehen, Kontakte zu knüpfen und damit auch die Ökumene zu erweitern.
Autor: Michael Winter
Artikelübersicht des Konradsblatts Nr. 6 vom 07.02.2010
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