„Multitalente“ und „Wohlfühlfaktoren“

Diözesanmesnertag in Karlsruhe-Stupferich

Fast 400 Mesnerinnen und Mesner aus dem Erzbistum Freiburg haben sich zu einem Diözesanmesnertag in Karlsruhe-Stupferich getroffen. Neben verschiedenen Fortbildungsangeboten stand auch eine Eucharistiefeier mit Weihbischof Rainer Klug auf dem Programm.

„Wir schulden ihnen Dank für all ihre Dienste und Ihr Engagement in der Kirche“ sagte Weihbischof Rainer Klug in seiner Predigt vor den fast 400 Mesnerinnen und Mesner, die sich anlässlich des Diözesanmesnertages in der St.-Cyriakus-Kirche in Karlsruhe-Stupferich zu einer Eucharistiefeier versammelt hatten.
„Das ist das erste Mal, dass so ein Gottesdienst für all die Messner veranstaltet wird“, berichtete der geistliche Leiter des Mesnerverbandes, Robert Henrich. Nach seiner Meinung soll zukünftig alle zwei Jahre ein solcher Mesnertag stattfinden, bei dem sich die Mesnerinnen und Mesner zum Erfahrungsaustausch treffen können.
Dieses Mal ging es vor allem um das Berufsbild und das Betätigungsfeld des Mesners/der Mesnerin, aber auch um die Frage, wie man diesen Beruf auch für junge Leute attraktiv machen kann.
In seinem Festvortrag „Mesner/Mesnerin sein in der heutigen kirchlichen und gesellschaftlichen Situation“ ging der ehemalige Staatssekretär Lorenz Menz aus Stuttgart auf die Aufgaben ein, die auf die Mesner angesichts der Globalisierung, der Verwissenschaftlichung und der Medialisierung der Gesellschaft zukommen. Darin bezeichnete er die Mesner als „Multitalente“, die nicht nur handwerklich und technisch geschickt sein müssten, sondern zur Ausübung ihres Berufes auch Freude an der Arbeit mit Gruppen mitbringen sollten. Gerade hier komme auf den Mesner/die Mesnerin ein wachsendes Betätigungsfeld zu, so Menz. Mesnerinnen und Mesner würden immer mehr zu Vermittlern der „Sache Gottes“ und seien heute ein wichtiger „Wohlfühlfaktor“ geworden: „Pfarrer kommen und gehen, aber der Mesner und die Mesnerin bleiben. Sie sind die ersten und die letzten in der Kirche. Man kennt sie, ihr Gesicht, ihren Gang, ihre Eigenart.“ Oft könnten sie deshalb dort ausgleichen, wo Spannungen zwischen einzelnen Gruppierungen oder zwischen Gemeinde und Pfarrer bestehen. Der Stuttgarter bezeichnete dies als „Friedensdienst“ von höchstem Wert. „Was ankommt und überzeugt, ist die menschliche Begegnung, das gelebte Beispiel, bei dem Wort und Tat übereinstimmen.“
Neben den Aufgaben der Mesnerinnen und Mesner, die in den unterschiedlichen Foren thematisiert wurden, beschäftigte sich der Mesnertag vor allem mit dem Berufsbild des eigenen Standes. Dabei erläuterte Franz Winter, Diözesanleiter des Mesnerverbandes der Erzdiözese Freiburg, die neue Satzung des Verbandes und die Anstrengungen, die unternommen werden, um junge Leute für diesen Beruf zu begeistern. Winter sah im Mesnerberuf auch eine Chance für Arbeitslose. Zwar brauche es viel Engagement und selbstlosen Einsatz, als Mesner/in könne man schließlich auch keinen gewöhnlichen Arbeitstag erwarten. Auf der anderen Seite mache der facettenreiche Alltag den Beruf des Mesners/der Mesnerin sehr attraktiv.
Lebendige Beispiele für Engagement und Einsatz in diesem Bereich sind der Mesner der St.-Cyriakus-Kirche in Stupferich, Johannes Dressner, mit Ehefrau: Für besondere Verdienste erhielten sie eine Ehrenurkunde und die goldene Ehrennadel des Mesnerverbandes der Erzdiözese Freiburg.

Bernhard Wagner