Keine fertigen Antworten
Frühjahrssitzung des Diözesanpastoralrats in Freiburg
Wie kann man als Kirche und als einzelner Christ angemessen mit dem Thema Homosexualität umgehen? Mit dieser Frage hat sich der Diözesanpastoralrat auf seiner Frühjahrssitzung in der Katholischen Akademie in Freiburg auseinandergesetzt. Dabei ging es nicht um das Formulieren fertiger Antworten, sondern um eine erste Beschäftigung und Information zu einem komplexen Thema.
Nicht erst seit der Einführung
der standesamtlich beglaubigten Partnerschaft zwischen
Gleichgeschlechtlichen wird über das Thema Homosexualität in
der Gesellschaft immer wieder, zum Teil sehr kontrovers und gefühlsbeladen,
diskutiert. Nach wie vor ist auch im kirchlichen Bereich eine große
Unsicherheit zu beobachten, wenn Frauen oder Männer ihre andere
Veranlagung zu erkennen geben, wie verschiedene
Erfahrungsberichte von Mitgliedern des Pastoralrats zeigten. Der
Grund dafür, so war zu hören, liege häufig darin, dass nur
unvollständige Informationen vorlägen. Deshalb hatte man einen
kompetenten Gesprächspartner zur Sitzung des Diözesanpastoralrats
eingeladen: Pater Ulrich Niemann SJ aus Frankfurt, Nervenarzt,
Psychoanalytiker und Facharzt für Psychotherapeutische Medizin,
referierte ausführlich neueste humanwissenschaftliche
Erkenntnisse zur Homosexualität bei Frauen und Männern.
In der anschließenden Diskussion versuchte man Kriterien zur
ethischen Beurteilung festzumachen, was sich angesichts der
Vielschichtigkeit der Thematik als schwierig erwies. Neben vielen
offenen Fragen kristallisierte sich dabei als ein möglicher Maßstab
der Umgang Jesu mit den Randgruppen seiner Zeit heraus, wobei
Differenzierungen nötig seien, da man sich auf unsicherem
Terrain bewege, so die Einschätzung im Pastoralrat nach einer
ersten Beschäftigung mit dem Thema Homosexualität.
Ein weiterer Punkt auf der Tagesordnung war das 175-jährige
Bistumsjubiläum im kommenden Jahr. Nachdem Domkapitular Herrmann
Ritter über den Stand der Planungen berichtet hatte, gab es von
Seiten des Patoralrats noch einige Anregungen. So könnten neben
dem geplanten zentralen Festtag in Freiburg eine Arbeitshilfe zum
Thema Bistum Freiburg für den Religionsunterricht
oder ein Kalender für Ehrenamtliche hilfreiche Möglichkeiten
sein, mit dem Bistumsjubiläum das diözesane Bewusstsein verstärkt
zu entfachen.
Thomas Maier