„Hier bin ich, du hast mich gerufen!“

Bühl: Erwachsene aus der ganzen Diözese feiern ihre Zulassung zur Taufe

Rund 20 erwachsene Katechumenen feierten in der Bühler Peter-und-Pauls-Kirche ihre Zulassung zur Taufe. Dieser liturgische Akt unter Leitung von Weihbischof Paul Wehrle ist ein wichtiger Schritt auf dem Katechumenatsweg. Ab jetzt beginnt für die Bewerber die Zeit der näheren Vorbereitung. Taufe, Firmung und Eucharistie werden sie dann in der Osternacht empfangen.

Die Kindertaufe ist schon lange nicht mehr der einzige Weg, um Menschen in die Kirche einzugliedern. Vor allem seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil entdeckte man den Erwachsenenkatechumenat wieder, das heißt die stufenweise Eingliederung Erwachsener „in das Leben des Glaubens, der Liturgie und der liebenden Gemeinschaft des Gottesvolkes“ – wie es in Konzilstexten heißt. In Anlehnung an die frühe Kirche begann man, Erwachsene über verschiedene Stationen auf den Empfang der so genannten „Initiationssakramente“ Taufe, Firmung und Eucharistie vorzubereiten.
Fester und wichtiger Bestandteil dieses Weges ist die Zulassungsfeier. Sie markiert innerhalb des Katechumenats den Übergang von einer allgemeineren Phase der „Erstverkündigung“, das heißt eines ersten Kennenlernens Jesu durch den Kontakt mit der Gemeinschaft der Christen, zu einer näheren Vorbereitung auf die Taufe in der Osternacht.
Wie bereits im vergangenen Jahr sollte die Feier auf Diözesanebene zum Ausdruck bringen, dass das Christwerden keineswegs nur ei-ne Angelegenheit der einzelnen Pfarrgemeinde ist. Vielmehr führen die Sakramente die Bewerberinnen und Bewerber der gesamten (Orts-)Kirche zu. Aus der ganzen Diözese kamen nun am ersten Fastensonntag die erwachsenen Katechumenen in der Kirche St. Peter und Paul in Bühl zusammen. Eines verbindet sie: ihre feste Absicht, Christ werden zu wollen. Weihbischof Paul Wehrle formulierte die entscheidende Frage an die Taufbewerberinnen und Taufbewerber: „Deshalb frage ich Sie jetzt vor der ganzen Gemeinde: Haben Sie den Willen, die österlichen Sakramente der Taufe, der Firmung und der Eucharistie zu empfangen?“
Die Lesung aus dem Alten Testament leitete zum zentralen Teil der Liturgie über: Wie einst Samuel den Herrn noch nicht gekannt hatte, aber dennoch seinen Ruf wahrnahm (1 Samuel 3, 1 ff.), so hatten auch die Taufbewerberinnen und Taufbewerber ihre individuellen „Berufungserlebnisse“. Ob über die Familie, Verwandte oder Freunde, ob über den Religionsunterricht, durch Grenzerfahrungen im Beruf, eine Gemeinde oder einen Glaubenskurs, ob über die anstehende Taufe oder Erstkommunion des eigenen Kindes: alle Taufbewerber erklärten sich entschlossen, auf dem Weg des Glaubens fortschreiten und die österlichen Sakramente empfangen zu wollen. Und so sprachen die Bewerberinnen und Bewerber frei nach dem Buch Samuel ihr: „Hier bin ich, du hast mich gerufen.“
Der Bereitschaftserklärung und Zulassung folgte die Überreichung der Heiligen Schrift durch den Weihbischof.

Thomas Macherauch