Erlass bleibt bestehen

Dekanekonferenz diskutierte Priester-Protest gegen Treueeid

Der öffentliche Protest von 50 Priestern aus der Erzdiözese gegen das „erweiterte Glaubensbekenntnis“ und den „Treueeid“ ist auf der Frühjahrskonferenz der Dekane in Freiburg diskutiert worden.

Wie die Presse- und Informationsstelle des Erzbistums im Anschluss an die Konferenz mitteilte, bekräftigte Erzbischof Oskar Saier bei dieser Gelegenheit, dass der Erlass des Ordinariats vom 25. August 2000, der die Ablegung des Eides in der Erzdiözese Freiburg regelt, bestehen bleibt. Demnach soll ein Priester diesen Eid einmal ablegen – dann, wenn ihm ein Pfarramt übertragen wird. Die Ablegung des Eids soll im Ordinariat geschehen und vom Bischof oder einer von ihm beauftragten Person vorgenommen werden.
Erzbischof Oskar Saier informierte die Dekane darüber, dass 32 Priester auf einen Brief geantwortet haben, den er allen Unterzeichnern zukommen ließ. Fast alle Antwortbriefe seien in einem vertrauensvollen und sachlichen Ton gehalten, so Oskar Saier. Nach dem Weinheimer Dekan Fritz Ulmer, der seine Unterschrift bereits vor einigen Wochen zurückzog, haben nach Aussage des Erzbischofs vier weitere Priester formell ihre Unterschrift zurückgenommen.
Das „Priesterforum in der Erzdiözese Freiburg“, das im Januar den Protest von 50 Priestern aus dem Erzbistum gegen das „erweiterte Glaubensbekenntnis“ und den „Treueeid“ veröffentlicht hatte, äußerte inzwischen Bedauern darüber, dass Protest von der Bistumsleitung als Angriff gegen Erzbischof Oskar Saier verstanden worden sei. „Zu keinem Zeitpunkt hat sich die Aktion gegen ihn oder eine andere Person gerichtet“, heißt es in einer Stellungnahme des Forums. Der Protest der 50 Diözesanpriester sei Ausdruck der Sorge um die Kirche: „Wir sehen auch weiterhin die Gefahr, dass durch diese Form von ,Glaubensbekenntnis und Treueeid‘ die theologische Diskussion eingeschränkt und eine Konformität erzeugt werden soll, die nicht mehr der katholischen Weite entspricht.“

Michael Winter