Elf Frauen und Männer haben am vergangenen Samstag von Erzbischof Oskar Saier die Beauftragung zum Dienst als Pastoralreferenten erhalten. Sie üben damit einen Beruf aus, den es seit 25 Jahren im Erzbistum Freiburg gibt. Auch dieses Jubiläum wurde jetzt in Karlsruhe gefeiert.
Kurze, aber überzeugende Erfolgsgeschichte
Erzbischof Saier beauftragt Pastoralreferentinnen und -referenten / Festakt zum 25-jährigen Bestehen des Berufes
Inzwischen ist es ein Beruf des
wieder. Alle Jahre wieder werden in der Erzdiözese
Freiburg Laienmitarbeiter mit Theologiestudium für den Dienst
des Pastoralreferenten beauftragt. Am vergangenen Samstag waren
es elf Frauen und Männer des Ausbildungskurses 21, denen
Erzbischof Oskar Saier zurief: Jetzt gehts los. Es
ist Zeit zur Aussaat.
Diese Regelmäßigkeit vermittelt leicht den Eindruck, als könnte
es gar nicht anders sein. Pastoralreferenten alle Jahre
wieder, immer schon und überall da? Nicht ganz, denn den
Laienberuf gibt es hierzulande erst seit 25 Jahren (konradsblatt
28/2001). Das ist gerade mal ein Prozent von der 2000-jährigen
Christentumsgeschichte.
Für diejenigen, die am Samstag vor der Beauftragungsfeier zum
Jubiläums-Festakt zusammenkamen, war das nichts Neues. Denn
darunter waren viele, die den Beruf maßgeblich auf den Weg
gebracht haben. Allen voran Erzbischof Oskar Saier. Er habe zunächst
als Regens, dann als Weihbischof und Oberhirte diesen Dienst
entscheidend mitgeschaffen, mitgeprägt, ihm wenn nötig
den Rücken gestärkt und über die 25 Jahre hinweg
begleitet (so konradsblatt-Chefredakteur Klaus Nientiedt in
seiner Festansprache). Saier wiederum dankte dem emeritierten
Domkapitular Joseph Sauer, den er als einen der geistigen
Urväter des Berufes würdigte.
Beim Blick zurück waren sich die Festgäste einig: Der Beruf ist
eine Erfolgsgeschichte. Vielleicht eben noch keine sehr lange,
auf jeden Fall jedoch eine überzeugende. In wenigen Jahren nahm
der Beruf Gestalt an. Konkurrenzdenken und Profilierungskämpfe
zwischen den verschiedenen Ämtern und Diensten in den Gemeinden
sind weithin überwunden, man arbeitet überwiegend problemlos
zusammen. Die inzwischen mehr als 200 Pastoralreferentinnen und
-referenten gehören heute selbstverständlich zum
hauptberuflichen Seelsorgepersonal in der Erzdiözese. Sie sind
aus den Pfarreien, Seelsorgeeinheiten, Dekanaten, aus den
Kliniken, den Gefängnissen, den Schulen und ihren vielen
weiteren Einsatzorten nicht mehr wegzudenken.
Dass diese Einwurzelung für Kirchenverhältnisse so rasant ging,
mag man auf die Formel bringen: Gutes setzt sich durch. Klaus
Nientiedt bezeichnete den Dienst als Zeichen kirchlicher
Erneuerung. Das kirchliche Amt habe sich ausdifferenziert,
und dieses Mehr an Vielfalt ermögliche zusätzliche Anknüpfungspunkte
für die Glaubensentscheidung der Menschen. Mit einer solchen Überzeugung
verbiete es sich, den Beruf des Pastoralreferenten negativ
als funktionaler Ersatz für fehlende Priester zu sehen.
In der Diözesanleitung scheint man diese Auffassung zu teilen.
Erzbischof Oskar Saier sprach den Berufsträgern seine ausdrückliche
Wertschätzung zu. Sauer wörtlich: Sie sind mir und
gewiss auch meinen Nachfolgern wertvoll. Entsprechend
erwartet die Bistumsleitung auch einiges von den
Pastoralreferenten. Nämlich nicht mehr und nicht weniger, als
dass sie wesentliche Träger der Evangelisierung in unserem
Bistum werden.
In besonderer Weise waren damit die aktuell Beauftragten, die
Mitglieder von Ausbildungskurs 21, angesprochen. Im Gottesdienst
gaben sie in Form einer Bereitschaftserklärung die Antwort:
Wir möchten auf Menschen zugehen und sie ermutigen, in
ihrer jeweiligen Lebenssituation die Spuren Gottes zu entdecken.
Stephan Langer
Hinweis: Informationen zur Ausbildung zum
Pastoralreferenten bei der Studienbegleitung für
Theologiestudierende, Niemensstraße 9, 79098 Freiburg, Telefon
07 61/ 2 92 14 17, E-Mail: studienbegleitung-theo-fr@t-online.de