Die habbe viel im Angebot !
c-punkt in Alter Münsterbauhütte in Freiburg eingeweiht
Mit einem Infoladen mitten in der Freiburger Innenstadt will die katholische Kirche Passanten auf ihre Angebote aufmerksam machen und Anlaufstelle für Ratsuchende und Fragende sein. Mit einer Feierstunde in der Neuen Münsterbauhütte wurde der c-punkt eingeweiht (vergleiche konradsblatt 43/01, Seiten 10/11).
Mit dem c-punkt will
die Kirche bei den Menschen in der Stadt präsent sein, bei
denjenigen, die den Glauben nur noch vom Hörensagen kennen,
betonte Weihbischof Paul Wehrle beim Festakt zur Eröffnung. Man
muss die Botschaft Gottes unter den heutigen Bedingungen
leben erklärte Dorothea Mangold, Geschäftsführerin des
Infoladens direkt neben dem Münster.
Und das bedeutet eben auch, die Schwelle für diejenigen
herabzusetzen, die nicht mehr in gewachsenen Strukturen mit der
Kirche verbunden sind. Den Menschen soll vermittelt werden, dass
der christliche Glaube Antworten für sie hat. Die zunehmende
Individualisierung etwa führt zu der Frage: Wer bin ich
eigentlich ?, erläuterte Weihbischof Wehrle, der auch für
die Jugend in der Erzdiözese Freiburg zuständig ist.
Zunehmende Mobilität und Pluraltität bergen Chancen, aber
auch Risiken. Die Beschleunigung des Arbeits- und des
Privatlebens gefährdet gesunde Lebensrhythmen. Viele
sagen: Da komm ich nicht mehr mit, betonte Wehrle.
Vor allem in der Stadt sind die Menschen mit den Folgen einer
immer schnelleren Modernisierung konfrontiert. Ihnen will die
Kirche mit niederschwelligen Angeboten wie dem c-punkt
zeigen, welche Angebote Glaube und Kirche für sie bereithalten.
Dazu ist der Infoladen in der alten Münsterbauhütte gut
ausgestattet. In einer gemütlichen Sitzecke können sich die
etwa dreißig Personen, die bisher täglich das Bürgerbüro
der Kirche (Dorothea Mangold) nutzen, beraten lassen.
Viele suchen Rat in Lebenskrisen, andere wollen mehr über
die Kirche erfahren: ,Glaubt die an den Teufel, fragte eine
junge Frau neulich, erzählte Dorothea Mangold. Eine junge
Italienerin suchte Anschluss an eine christliche Gemeinschaft,
wieder andere nutzen den Internetanschluss. Viele entdecken
hier: Die habbe aber viel im Angebot, schmunzelte Mangold.
Dabei versteht sich der c-punkt nur als ein weiterer
Knoten im Netz der kirchlichen Einrichtungen. Wir sind eine
offene Tür, hinter der Wegweiser stehen, die an Gemeinden und
andere Seelsorgeeinrichtungen verweisen, fasste Paul Wehrle
das Konzept in ein Bild.
Die Mitarbeiter spielen da eine wichtige Rolle. Sie sollen Zeugen
sein, die den Glauben erlebbar machen, ihn verkörpern,
beschwor Paul Wehrle und verwies auf das Jesus-Wort: Die
ihr mühselig und beladen seid, kommt zu mir. So wie die
junge Frau, die seit zwei Wochen vor dem c-punkt
campiert. Auch für sie ist der Kirchenladen Anlaufstelle.
Markus Vollstedt