Das Portrait
Kommunikator
Hans-Jochen Jaschke gerade
hat er seinen 60. Geburtstag gefeiert gehört in
Deutschland zu jenen gar nicht so zahlreichen Weihbischöfen, die
weit über ihre Diözese hinaus bekannt geworden sind. In der
(Medien-) Öffentlichkeit ist Jaschke präsenter als sein
Hamburger Erzbischof. Dazu trägt auch seine Zuständigkeit als
Bischofsvikar für Hamburg, die Medienstadt, bei.
In dieser Funktion ist Jaschke auch der Gesprächspartner der
ersten evangelischen Bischöfin Maria Jepsen von der
Nordelbischen Kirche. Vielen in Erinnerung ist das Pressefoto,
das ihn im Vorfeld des Hamburger Katholikentags zusammen mit
seiner Bischofskollegin im Strandkorb zeigte. Jaschke und Jepsen
in einer der säkularisiertesten Städte in Deutschland
erhebt dieses Gespann immer dann die Stimme, wenn die Kirchen mal
wieder gefragt sind, zuletzt auch nach dem 11. September.
Als die Bistumslandschaft in Norddeutschland neu geordnet wurde,
galt Jaschke, bis dahin Weihbischof der Diözese Osnabrück, auch
als Kandidat auf den neu geschaffenen Bischofssitz in Hamburg. Es
kam anders. Erster Erzbischof in Hamburg wurde der bisherige
Bischof der Mutterdiözese, Averkamp. Das Format für das Amt hätte
er gehabt.
Innerhalb der Deutschen Bischofskonferenz war Weihbischof Jaschke
für die überdiözesanen Aktivitäten zum Heiligen Jahr 2000
zuständig. Nach dem Ende des Heiligen Jahres stieß er nicht nur
auf Zustimmung mit der Bemerkung, in manchen deutschen Diözesen
habe man die mit dem Heiligen Jahr 2000 gegebenen Chancen
verpasst.
Ob Jaschke im Fernsehen auftritt oder bei Diskussionsrunden im ökumenischen
Rahmen mitwirkt er zeigt etwas von der Kommunikationsfähigkeit,
die von Bischöfen erwartet wird. Er gilt als offen, neuen
Entwicklungen gegenüber aufgeschlossen. Die Deutsche
Bischofskonferenz hat ihm nicht zufällig die Verantwortung für
die Leitung einer Unterkommission für den interreligiösen
Dialog anvertraut.
Von daher verwundert es nicht, wenn seine Bischofskollegen ihn für
die Präsidentschaft der deutschen Sektion der katholischen
internationalen Friedensbewegung Pax Christi benannt hatten. Noch
bevor Jaschke jedoch sein neues Amt antreten konnte, kam es zu
Meinungsverschiedenheiten zwischen ihm und Pax Christi über den
Militäreinsatz in Afghanistan.
Ohne viel Aufhebens trat Jaschke einen geordneten Rückzug an.
Der bisherige Amtsinhaber, der Trierer Bischof Hermann Josef
Spital, nimmt die Funktion zunächst für ein weiteres Jahr wahr.
Die bischöfliche Personaldecke, um einen solch profilierten Job
neu zu besetzen, ist nicht so stark.
Klaus Nientiedt