Bagger, Regenwürmer und 20 Tonnen Kies
72-Stunden-Aktion des BDKJ mit viel mehr Teilnehmern als erwartet
An der BDKJ-Aktion 72 Stunden ohne Kompromiss in der Erzdiözese haben viel mehr Jugendliche teilgenommen als erwartet. Statt der angemeldeten 5000 haben über 7200 Jugendliche vom 4. bis 7. Oktober 313 soziale Projekte verwirklicht.
Über 60 Anrufe liefen pro Stunde
in der 72-Stunden-Zentrale in Baden-Baden auf, dazu kamen noch
einmal mindestens so viele E-Mails. Weit über die Erzdiözese
Freiburg hinaus waren die Menschen im 72-Stunden-Fieber. 20
Tonnen Kies gesucht, wir brauchen einen Bagger, 1000 Regenwürmer
zum Boden umgraben benötigt im Radio kamen die
unterschiedlichsten Hilferufe. 72 Stunden ohne Kompromiss
waren über 7200 Jugendliche in 313 Gruppen aktiv, um soziale
Projekte in ihrem Heimatort zu verwirklichen. Dazu kamen an die
4000 erwachsene Helfer wie Eltern, Feuerwehr oder Technisches
Hilfswerk. Insgesamt leisteten die Jugendlichen über eine halbe
Million Stunden ehrenamtliche Arbeit, so der Bund der Deutschen
Katholischen Jugend (BDKJ), der die 72-Stunden-Aktion organisiert
hatte. Wir sind stolz auf unsere Gruppen, weil sie gezeigt
haben, dass auch Kinder und Jugendliche etwas bewegen können,
nicht nur Erwachsene, sagte BDKJ-Diözesanleiterin Rita
Kernler.
Ein Denkmal für Frieden und Versöhnung errichten, eine
Bahnunterführung umgestalten, eine Behindertenrampe am Rathaus
bauen, einen Handy- und Internet-Einsteigerkurs für Menschen über
50 organisieren, einen Spielplatz verschönern die
Koordinierungskreise hatten sich im Vorfeld der BDKJ-Aktion
einiges einfallen lassen. Der Clou: Erst am 4. Oktober um 17.07
Uhr erfuhren die Gruppen, welches Projekt sie in den nächsten 72
Stunden auf die Beine stellen mussten. Am 7. Oktober um 17.07 Uhr
wurde Bilanz gezogen: Aufgabe gelöst? Davor standen schweißtreibende
Stunden und kurze Nächte, gefragt waren spontane kreative Ideen:
Woher bekommen wir möglichst günstig die Farbe, um die Außenfassade
des Kindergartens zu streichen? Wer entsorgt den Müll, nachdem
wir einen Keller entrümpelt haben? Wo verpflegen wir uns und wo
übernachten wir?
Das dritte Programm des Südwestrundfunks (SWR3) begleitete die
Aktion rund um die Uhr. Hier konnten die Jugendlichen ihre
Hilferufe loswerden, sich einen Musiktitel wünschen oder andere
Projektgruppen grüßen.
Am Ende der Aktion stand das Erfolgserlebnis, gemeinsam etwas
geschafft zu haben. Aber wie geht es nach den 72 Stunden weiter?
BDKJ-Diözesanleiterin Rita Kernler: Die Aktion war keine
Drei-Tages-Fliege, sondern fokussiert lediglich die meist von der
Öffentlichkeit unbemerkten Aktivitäten der 50 000 Kinder und
Jugendlichen, die in unseren Verbänden engagiert sind.
Burkhard Schäfers
Hinweis: In der kommenden Ausgabe 42 berichten
wir ausführlich über die 72-Stunden-Aktion.